Verschnupfte Kätzchen nicht behandelt: 900 Euro Strafe

 Quelle: Aichacher Zeitung
Aichach – Zu 900 Euro Geldstrafe ist eine 34-jährige Friseurin aus dem nördlichen Landkreis vor dem Amtsgericht Aichach verurteilt worden, weil sie ihre drei Kätzchen – trotz eines Katzenschnupfens – nicht bei einem Tierarzt hat behandeln lassen. Der Vorfall ereignete sich im Juni vergangenen Jahres. Mehrere Tage litten die Tiere an den Symptomen des Katzenschnupfens. Schließlich zeigte eine Nachbarin die Katzenhalterin an. Jetzt stand die Frau vor Gericht. Sie entschuldigte ihr Verhalten damit, dass sie krank sei und kein Geld für die Behandlung hatte.

Abbildung: Richter-Hammer
„Wer kein Geld hat, darf sich keine Tiere halten“ (Richter Walter Hell)

Katzenschnupfen klingt für den Laien erst mal harmlos. Tatsächlich verbergen sich hinter der Bezeichnung aber gleich mehrere ansteckende Erkrankungen der Atemwege und der Schleimhäute des Kopfes bei Katzen. Laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft litten die Jungtiere an verschiedenen Symptomen, unter anderem Niesen, vermehrter Nasen- und Augenfluss sowie Verkleben der Augen durch Eiter. Ein Tier war laut Aussage des Amtstierarztes stark abgemagert. Der gesamte Wurf wirkte vernachlässigt.

Der Staatsanwalt ging mit der Katzenhalterin streng ins Gericht. Ihm leuchtete nicht ein, warum die Frau sich beim Tierarzt zunächst nicht wegen der Kosten schlau gemacht habe, anstatt zu Hause zu sitzen und nichts zu tun. Dass sie zudem noch die Amtstierärzte angelogen habe, wertete er als klare Unterlassung. Er forderte 90 Tagessätze je 15 Euro Geldstrafe. Der Anwalt der Angeklagten hielt dagegen, seine Mandantin sei aufgrund ihrer Krankheit mit der Situation psychisch überfordert gewesen.

Richter Walter Hell sprach die Angeklagte schuldig des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz durch Unterlassung. Die Entschuldigung der Friseurin, sie habe kein Geld, hielt er für nicht wirksam. Sie verfüge monatlich über 1500 Euro, zudem hätte man mit den Tierärzten sicher Ratenzahlung vereinbaren können. Sein Fazit: „Wer kein Geld hat, darf sich keine Tiere halten.“ Denn Katzen seien Lebewesen, für die man Verantwortung übernommen habe.

Quelle: Aichacher Zeitung

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