Rolling Skin Syndrom bei Katzen

by Freeimages.com /Falk Schaaf
Das Rolling Skin Syndrom ist eine für Katzen sehr belastende Erkrankung.

Von Beate Uhlig/ SAMT e. V. Das Rolling Skin Syndrom gehört zu den mysteriösesten Katzenkrankheiten der Welt. Betroffene Katzen wirken oft von einer Sekunde zur anderen wie ausgewechselt und zeigen verschiedenste Verhaltensveränderungen. Zuckendes Fell, rollende Haut und wildes durch die Wohnung rasen sind nur einige Merkmale, die mit dem Rolling Skin Syndrom einhergehen können. Erkrankte Katzen wirken plötzlich abwesend, putzen und kratzen sich wie verrückt, vor allem am Rücken, versuchen, sich in den Schwanz zu beißen, miauen laut und kreischend. Manchmal wirken sie so, als hätten sie Halluzinationen und jagen Beute, die nicht da ist. Die Pupillen sind dabei meist geweitet.

Auch wenn es sich lustig anhört, das Rolling Skin Syndrom ist keine harmlose Erkrankung, da das Kratzen, Beißen und exzessive Putzen zu Wunden, kahlen Stellen im Fell und Entzündungen führen kann. Zudem stehen die Tiere unter starkem Stress.

Aber Vorsicht: Nicht immer deutet ein solcher Anfall auf die seltene Krankheit hin. Flöhe, eine Futterallergie oder manchmal auch einfach nur Übermut können ähnliche Symptome hervorrufen. Es gilt, die Katze genau zu beobachten. Kommen diese „Anfälle“ häufiger vor, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden, um das Tier gründlich durchzuchecken. Das ist auch dann sinnvoll, wenn kein Rolling Skin Syndrom dahinter steckt – das ungewöhnliche Verhalten könnte auch auf andere ernste Erkrankungen hindeuten: Schilddrüsenüberfunktion, Schmerzen, Verletzungen, Vergiftungen, neurologische Krankheiten, Tumore oder Mangelerscheinungen.

Das Rolling Skin Syndrom ist eine Nervenkrankheit, die dafür sorgt, dass jede Berührung für Ihre Katze vorübergehend schmerzhaft wird. In der Fachsprache wird es auch „Felines Hyperästhesie-Syndrom“ (FHS) genannt – das bedeutet in etwa: extreme Berührungsempfindlichkeit und Sensibilität der Haut. Verschiedene Faktoren helfen Ihnen dabei einzuordnen, ob Ihre Katze tatsächlich von der Krankheit betroffen sein könnte. Tiere, die einen Anfall haben, wirken teilnahmslos und sind kaum ansprechbar. Das ist bei einem Parasitenbefall oder Ähnlichem normalerweise nicht zu beobachten.

Wissenschaftler vermuten, dass die Krankheit durch Stress verursacht wird. Sie tritt vor allen Dingen bei empfindsamen Katzenrassen auf, wie beispielsweise der Siamkatze. Erkrankte Katzen sind normalerweise außerdem noch recht jung, wenn der erste Anfall auftritt, etwa zwischen ein und vier Jahren. Eine weitere Theorie ist, dass kleine Verletzungen in der Wirbelsäulenmuskulatur ein Rolling Skin Syndrom begünstigen. Möglich ist darüber hinaus, dass FHS eine spezielle Form von Epilepsie ist. Es kann sein, dass bei dem Krampfleiden die Aktivität in den Bereichen des Katzengehirns gestört ist, die normalerweise die Emotionen, das Jagd- und das Putzverhalten der Tiere regulieren. Denkbar ist zudem, dass das Rolling Skin Syndrom mit Zwangsstörungen zusammenhängt.

Die Behandlung von Katzen mit Rolling Skin Syndrom gehört nicht zu den einfachsten Aufgaben eines Tierarztes. Die Erforschung der Katzenkrankheit ist noch lange nicht abgeschlossen und eine Besserung der Symptome erfordert viel Einfühlungsvermögen. Ein Tierarzt wird entscheiden, ob das erkrankte Haustier für die Stressbewältigung Medikamente braucht. Sowohl Psychopharmaka als auch Antidepressiva für Tiere werden für eine medikamentöse Behandlung des Rolling Skin Syndrom bei Katzen gegeben. Viele Tierärzte schlagen vor, Katzen mit Rolling Skin Syndrom mit Bachblüten zu behandeln. Oft rät der Veterinär außerdem dazu, die Katzenernährung umzustellen und ein gesundes Spezialfutter für Katzen zu füttern.

Man kann auch selbst einiges tun, indem potenzielle Stressquellen im Haushalt eliminiert werden. Nach großen Umstellungen wie z. B. Umzügen oder einem neuen Lebenspartner sollte so schnell wie möglich wieder Ruhe einkehren. Ein fester Tagesablauf und ein Umfeld mit vertrauten Menschen bringen Stabilität. Dazu viel Streicheln, ein schöner, warmer Heizungsplatz und Spiele, die der Samtpfote Spaß machen, sind hervorragende Mittel, um dafür zu sorgen, dass es der Katze bald besser geht. Ebenso stärken Streicheleinheiten, Leckerchen und sanfte Worte, wenn sie etwas gut macht oder sich beim Spielen geschickt anstellt, das Selbstbewusstsein der Katze und damit auch ihre Stressresistenz.

(Informationen von www.einfachtierisch.de dienten diesem Artikel als Quelle)

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