Fortbildung für SAMT – Pflegestellen

Von Eva Volk/ SAMT e. V. So unerlässlich Liebe und Zuwendung für die oftmals völlig verstörten Tiere sind, so ist es damit allein jedoch nicht getan. Auch die richtige medizinische Betreuung ist von enormer Bedeutung.

Um die Pflegestellen des Vereins auf dem neuesten Stand zu halten, konnte SAMT die Jülicher Tierärztin Dr. Josi Reinartz, die eng mit dem Verein zusammenarbeitet, für einen Vortrag gewinnen. Sie unterstrich zunächst, dass sie die Arbeit des Vereins für unterstützenswert hält, da Menschen und Tieren in Zusammenarbeit mit den Tierärzten geholfen wird. Den Teilnehmern wurde eine Vielzahl von Informationen rund um Tiere – insbesondere Katzen – geboten. Schwerpunkte waren Krankheiten, Infektionsquellen, Impfungen und häufige Verletzungen.

Abbildung: Tierärztin Josi Reinartz informiert den Verein SAMT.
Fortbildungen sichern eine den aktuellen Gegebenheiten angepasste, professionelle Vereinsarbeit.

Insbesondere bei Fundtieren kann sich ein Neuzugang schnell als „Überraschungs-Ei“ in Sachen Erkrankungen erweisen, daher ist – neben einer gründlichen Erstuntersuchung – Hygiene das Allerwichtigste. Die Hände gelten als Hauptinfektionsquelle. Gründliche Desinfektion der Hände, ggf. auch das Tragen von Handschuhen sind ein Muss.

Davon abgesehen infizieren sich Tiere oftmals untereinander durch kontaminiertes Futter (z.B. Mäuse) und durch sogenannte Vektoren wie Zecken, Flöhe und Würmer. Diese sind durch konsequente Behandlung zu bekämpfen, wofür heutzutage zumeist Spot-on-Präparate zur Anwendung kommen, die in den Nacken getröpfelt werden, sodass die mühsame Tablettengabe entfällt.

Schließlich ist in Sachen Hygiene zu beachten, dass manche Erkrankungen auch vom Tier auf den Menschen übergehen können – und umgekehrt, man spricht dann von Zoonosen. Auch deswegen ist permanente Hygiene geboten.

Die Bedeutung von Impfungen wurde ebenfalls unterstrichen. So sollten Babykatzen frühzeitig behandelt werden. Nach der Grundimmunisierung in der achten, zwölften und sechzehnten Woche erfolgt die Impfung gegen Katzenschnupfen jährlich und die Impfung gegen Katzenseuche alle zwei bis drei Jahre. Die hierfür zur Verfügung stehenden Medikamente sind hochwirksam und können viel Tierelend verhindern.

Die Tollwut-Impfung ist für Reisen mit dem Tier ins Ausland in vielen Ländern nachweispflichtig, wobei der Virus hierzulande als fast ausgerottet gilt. Spätestens bei der Wiedereinreise muss ein entsprechender Impfstatus nachgewiesen werden.

Bei FIP-Infektionen steht zwar ebenfalls ein Impfstoff zur Verfügung, jedoch ist ein Schutz nicht gesichert, zudem trägt über die Hälfte der Katzenpopulation den verantwortlichen Coronavirus bereits in sich (wobei erst eine Mutation zum Ausbruch führt, meist durch Stress oder Erkrankungen ausgelöst).

Für FIV (Katzenaids) steht in Europa kein Impfstoff zur Verfügung, ein in den USA eingesetzter Impfstoff wirkt nicht zuverlässig.

Gegen Leukose (FELV) gibt es mittlerweile einen Impfstoff, wobei hier die Grundimmunisierung und Nachimpfung entscheidend sind. Dann haben Katzen, die älter als 5 Jahre sind, ein geringeres Risiko an der FELV-Infektion zu erkranken. Der Impfstoff wirkt grundsätzlich nur, wenn die Katze noch nicht in Kontakt mit dem Virus geraten ist, wobei längst nicht bei jedem Tier die Krankheit ausbricht, sondern manche nur als Überträger fungieren. Demzufolge macht eine Leukoseimpfung nur dann Sinn, wenn das Tier vorher mittels Bluttest auf Antikörper untersucht wurde.

Im Zweifelsfall bieten Schnelltests und Laboranalysen Sicherheit, ob Infektionen mit FIV, FELV oder FIP bestehen. Immerhin ist festzustellen, dass zumindest FIV und FELV deutlich abgenommen haben.

Abschließend zum Thema Impfungen soll nicht verschwiegen werden, dass insbesondere die Wirkstoffe gegen Tollwut und Leukose im Verdacht stehen, vor allem bei Katzen Tumore zu begünstigen. Gegebenenfalls können auch andere Erkrankungen durch Impfstoffe gefördert oder ausgelöst werden. Auch ist – aus unterschiedlichen Gründen – ein Impfversagen nie vollständig auszuschließen.

Da oftmals Infektionen bei Kämpfen unkastrierter Kater übertragen werden, kann nur nochmals eindringlich an die Halter appelliert werden, ihre Tiere mit etwa 5 Monaten kastrieren zu lassen und vorher keinen Freigang zu gewähren. In vielen Gemeinden ist diesbezüglich eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht in der Gemeindeverordnung festgelegt.

Neben den Infektionen sind Verletzungen ein großes Thema. So wurden häufige Verletzungen thematisiert, wie z.B. Unfälle mit Kippfenstern, Stromschläge, Verbrennungen, Vergiftungen und Hitzschlag. Die korrekte Erstversorgung bei solchen Ereignissen wurde ausführlich dargelegt. Wer weiß schon, dass ein ölverschmiertes Tier mit Margarine eingerieben werden soll, weil das die sicherste Methode ist, das Öl aus dem Fell zu bekommen? Generell sind Atmung, Puls und Herzschlag zu überprüfen, sowie bedrohliche Blutungen zu stoppen. Die korrekte Vorgehensweise bei Beatmung und Herzmassage wurde ebenfalls ausführlich erläutert.

Nach den Erste-Hilfe-Maßnahmen sollte immer ein unverzüglicher Besuch beim Tierarzt folgen, um die weitere Behandlung zu gewährleisten.

Weitere Informationen zum Themenbereich Katze und Gesundheit bekommen Sie bei Ihrem Tierarzt.

Weitere Informationen zu SAMT e. V. sind zu finden unter www.s-a-m-t.de oder telefonisch unter 0157-76810046, Irene Launer-Hill.

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