Erste Hilfe für Tiere bei Hitzschlag

Immer wieder kommt es vor, dass Tiere in den heißen Sommermonaten einen Hitzschlag erleiden. Hunde und Katzen sind im Gegensatz zum Menschen recht hitzeempfindlich, da der größte Teil ihrer Haut keine Schweißdüsen aufweist. Diese befinden sich lediglich an den Ballen sowie am Nasenspiegel – eine zu geringe Oberflächen also, um die Körpertemperatur ausreichend zu regulieren. Hinzu kommt ein mehr oder weniger dickes, wärmendes Fell.

schlafende Katze copyright Freepik.com
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Die wichtigste Maßnahme ist, das Tier erst mal an einen kühlen, gut belüfteten Ort zu bringen. Um die Körpertemperatur zu senken, kann das Tier mit lauwarmem Wasser abgespritzt werden. Dabei wird an den Pfoten begonnen, dann folgen die Beine, das Hinterteil, und zuletzt über den Rücken bis hin zum Nacken. Alternativ können kühle Umschläge angewendet werden. Wichtig ist in jeden Fall eine langsame Abkühlung. Zusätzlich kann kühles Wasser zum Trinken angeboten werden. Danach kann der Transport in einem gekühlten Auto zum Tierarzt erfolgen. Eine weitere Hitzebelastung sollte unbedingt vermieden werden. Die Behandlung beim Arzt besteht in der Regel aus kühlen Infusionen, Medikamenten und evtl. auch Sauerstoffzufuhr.

Von unseren Haustieren sind vor allem Kaninchen und Meerschweinchen auch so schon, ohne Transportsituationen oder Aufenthalt in Fahrzeugen, sehr hitzeanfällig. Daher sollten die Außengehege und Käfige in der Wohnung bei diesen Tierarten immer größtenteils im Vollschatten stehen. Wasser sollte stets frisch zur freien Verfügung stehen. Im Sommer kann zusätzlich zum sonst vorhandenen Trinknapf eine weitere flache Schale mit Wasser angeboten werden. Hier können die Tiere dann die Pfoten eintunken.

Wie kann außerdem einem Hitzschlag vorgebeugt werden? Wenn es nicht unbedingt sein muss, sollten Tiere an sehr heißen Tagen gar nicht transportiert werden. Sollte es doch notwendig sein, ist ein klimatisiertes Transportmittel unabdingbar. Der Transport sollte am besten in den kühleren Stunden des Tages erfolgen. Unterwegs sollte Wasser in einem geeigneten Gefäß angeboten werden und Kühlakkus können unter ein Handtuch in die Transportbox gesteckt werden. Dabei den direkten Kontakt zwischen Tier und den Akkus vermeiden. Angefeuchtete dünne Baumwolltüchern können sowohl über die Box (hierbei auf eine ausreichende Belüftung der Box achten) als auch auf das Tier gelegt werden. Körperliche Belastungen wie z.B. mit Hunden Radfahren oder Joggen gehen, sollten ebenfalls nur in kleinem Rahmen bzw. nach individueller Belastbarkeit des Tieres erfolgen.

Der dramatische und schnelle Temperaturanstieg in einem geparkten Auto kann nicht oft genug betont werden. Es reicht nicht aus, ein oder auch alle Fenster einen Spalt geöffnet zu lassen. Die Temperatur im Auto, vor allem bei direkter Sonneneinstrahlung aber auch im Schatten, steigt innerhalb kürzester Zeit extrem an: Bereits bei 20° C Außentemperatur erreicht die Temperatur im Fahrzeug nach 5 Minuten schon 24°C, nach 10 Minuten 27°C, nach 30 Minuten 36°C und nach einer Stunde sind es 46°C im Auto! Eine Todesfalle für ein eingeschlossenes Lebewesen.

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