Rosinas Welt

Liebe Leserin, lieber Leser,

lange hat es nicht gedauert, und schon sind wir wieder eine Viererbande. Vor ein paar Wochen kam Katzenomi Rebecca als Verstärkung in unser Team. Mit ihren bereits 18 Lebensjahren ist sie deutlich betagt. Ich habe mir sagen lassen, wenn man das von Menschen- in Katzenjahre umrechnet, wäre sie schon fast 90. Nicht schlecht! Rebecca wurde abgegeben, weil sie unsauber geworden war. Zeit Lebens war sie mehr eine Hof- als Hauskatze, aber weil ihre Knochen inzwischen alt und müde sind, mochte sie sich eigentlich lieber nur noch drinnen im Warmen aufhalten. Da sie dort aber eher sporadisch die Katzentoilette nutzte, gab es Stress mit ihren ehemaligen Besitzern. Die Situation schaukelte sich immer mehr hoch. Rebecca wurde lästig. Aber wer will schon eine so alte Katze adoptieren, zumal sie auch noch Verhaltensprobleme zeigt? Ja, richtig. Wir.

Rebecca
Rebecca

Zugegeben, Rebecca ist keine einfache Katze. Kein so entspannter Charakter, wie ich. Sie hat hohe Ansprüche und ist wählerisch. Das fängt schon mit dem Klöchen an. Eine normale Katzentoilette war Madam nämlich nicht genehm. Sie hat eine extra große bekommen. Ohne Haube. Denn dann wagt sie sich auch nicht hinein. Wäre aber besser gewesen, denn manchmal sitzt sie so weit am Rand, das sie im wahrsten Sinne des Wortes über das Ziel hinausschießt. Ich glaube, sie merkt das gar nicht.

Toilette für ältere Katzen
Stilles Örtchen für Senioren

Weiter geht es beim Futter. Ich esse natürlich immer, was auf den Tisch kommt, sozusagen. Kenne ja auch andere, magere Zeiten. Ihr müsst wissen, Rebecca hat früher immer das billigste Futter vom Discounter bekommen. Bei uns gibt es verschiedene Sorten im Wechsel, aber sehr hochwertig mit viel leckerem Fleisch drin. Rebecca hat schnell einen erlesenen Geschmack entwickelt und zielsicher das teuerste Futter aller Marken herausgepickt. Nun will sie selbstverständlich nur noch das. Bei allem anderen wird verächtlich die Nase gerümpft und sich sofort vom Napf weggedreht. Leider passen unsere Menschen beim Füttern immer gut auf, sonst würde ich mich gern für ihre Portion opfern. Nur, bevor es schlecht wird, meine ich.

Zudem ist Rebecca ja auch nicht mehr so mobil. Die Muskeln und Gelenke machen nicht mehr alles mit. Da tut sie mir dann doch ziemlich leid. Schon blöd. Damit sie aber dennoch die ein oder andere Höhe erklimmen kann, haben unsere Menschen ihr einige „Treppen“ mit Hilfe von Kästen und Stühlen improvisiert. Damit klettert Rebecca sogar ausgesprochen zügig hinauf.

Kleine Aufstiegshilfen
Kleine Aufstiegshilfen

Beim Schmusen ist es dagegen wieder eher schwierig mit ihr. Manchmal sehnt sie sich nach Streicheleinheiten und jammert, bis einer kommt. Ein anderes Mal schreit sie wie verrückt, wenn man sie schmust, als wollte man ihr an den Kragen. Das nenne ich mal ordentliche Stimmungsschwankungen. Liegt vielleicht alles am Alter. Meine Menschen sagen, bei älteren Katzen muss man viel Verständnis zeigen, weil sich deren Bedürfnisse ändern.

Ich hoffe, ich werde nie so. Und wenn doch, bin ich ja hier in meinem Zuhause gut aufgehoben.

1 Kommentar


  1. sehr richtig Rosina, es geht nichts über Seniorenkatzen – das sind handfeste Charakter! Auch wenn sie im Alter manchmal etwas wunderlich werden – na und? Werden wir Menschen auch !
    Mir fehlen meine Senioren Hexe, Mitchi, Schrödi, Cleo und Queeny unendlich und mir tut heute jede Minute leid, die ich nicht mit ihnen verbringen konnte. Mein Trost liegt einzig darin, dass sie ein sehr langes und glückliches Leben gehabt haben und für mich unersetzlich bleiben – jede Samtpfote für sich ein absolutes Indidividuum, als Jungtier und als Senior – sie haben mich die Ehrfurcht vor dem Leben gelehrt und damit mein Leben verändert. Gut so!

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